Chronik 2013 – 2014

Träger: DRK-Kreisverband Göppingen e.V. Der Familientreff in Uhingen feierte 2014 sein fünfjähriges Bestehen. Da wir das Einjährige schon in großem Rahmen im Uditorium gefeiert hatten, wollten wir dieses Jubiläum mehr als Abbild des „ganz normalen“ Familientreffbetriebs im Offenen Café zusammen mit den Kindern und Eltern feiern. Die ehrenamtlichen Helferinnen gestalteten ein liebevolles „Fingerfood-Büfett“ und die Mütter/Väter steuerten „internationale Speisen“ bei, so dass unser reichlich gedeckter Tisch auch gleichzeitig ein Abbild der Völkervielfalt im Familientreff bot. Über die ausgesuchten Geschenke der Stadtverwaltung, des Landratsamtes und des Deutschen Roten Kreuzes für den Treff aber auch für die Ehrenamtlichen, freuten sich alle. Es war zugleich eine Anerkennung der hervorragenden Arbeit der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen. Besonders aufmerksam haben wir der Aussage des Bürgermeisters Herrn Wittlinger gelauscht, dass er sich über die vielen Besucher/-innen freue und wahrnehme, wie begrenzt die Räumlichkeiten im Familientreff sind. Deshalb wäre mittelfristig angedacht, nach Umbau des Jugendhauses dort eventuell ein Mehrgenerationenhaus zu gestalten, in dem der Familientreff dann auch eine neue Heimat bekommen könnte. Leider ist das Zeitfenster, das die Musikschule dem Familientreff zur Verfügung stellen kann, nach wie vor begrenzt. Dadurch sind neben den zwei Treffen wöchentlich auch keine weiteren Angebote möglich. Inhaltlich kam zu der Hebammensprechstunde jetzt noch einmal monatlich eine Gesundheitssprechstunde einer Kinderkrankenschwester dazu. So können sich auch die Mütter mit älteren Kindern medizinischen Rat holen. Der Hausbesuch zur Geburt eines Kindes wird auf Wunsch der Stadtverwaltung nun bei allen Familien angeboten, nicht nur wie zu Beginn bei Familien mit Migrationshintergrund. Das erwies sich als sinnvoll, denn auch deutsche Familien haben nach der Geburt oftmals Beratungsbedarf und freuen sich über die persönliche Zuwendung in Form des Hausbesuches. Uhingen FTÜber diese Begegnungen gelingt es nochmals mehr, auch Mütter mit Migrationshintergrund mit dem PEKiP-Angebot (Prager Eltern-und-Kind-Programm) vertraut zu machen. Zur Geburt ihres Kindes erhalten alle Uhinger Familien einen Gutschein, den sie für dieses Angebot einsetzen können. Inzwischen kommen viele gerne ins PEKiP. Sie empfinden die Unterstützung und den vertrauensbildenden Rahmen einer festen Gruppe als hilfreich. Immer mehr Menschen mit ausländischen Wurzeln nehmen auch die Beratungsangebote gerne an, ob im Familientreff bei Gesundheits- oder Erziehungsfragen, aber auch zuhause in der gewohnten Umgebung. Dort fällt es manchmal leichter, sich zu öffnen. Ein weiteres, eher ungewöhnliches Angebot, war der Besuch eines Therapiehundes vom Deutschen Roten Kreuz. Vor allem bei den Kleinen war die verspielte Labradorhündin sehr beliebt. Mit einer kleinen Gruppe besuchten wir den Tierpark in Oberesslingen. Dieser Ausflug außerhalb des üblichen Rahmens hat viel Freude gemacht. Man begegnet sich nochmals anders unter freiem Himmel mit Tieren im Mittelpunkt. Nach wie vor ist die Unterstützung der Ehrenamtlichen sehr wichtig für das Offene Café. Das wird von den Besucher/-innen geschätzt, was sich in ihrem jährlichen Weihnachtsgeschenk für die Haupt- und Ehrenamtlichen ausdrückt; eine nicht selbstverständliche Geste der Anerkennung. Der Stamm von vier Helferinnen ist konstant geblieben. Die Mütter, die sich zeitweise zu uns gesellt hatten, sind inzwischen wieder berufstätig. Auch zeigt es sich, dass man mit kleinen Kindern keine verlässliche Hilfe erwarten kann, sondern nur eine zusätzliche Unterstützung. Unsere gemeinsamen Ehrenamtlichen-Ausflüge in den letzten beiden Jahren, z.B. ins Kloster Maulbronn oder ins Lautertal, aber auch die Theaterbesuche, schaffen Verbundenheit und Nähe untereinander. Diese sind wichtig für die Wertschätzung einer oftmals anstrengenden Kinderbetreuung. Die Kinder, die den Familientreff besuchen, brauchen manchmal viel Aufmerksamkeit und verlangen ein konsequentes Verhalten von den Ehrenamtlichen. Deshalb nehmen wir uns auch vor jedem Café die Zeit, die aktuelle Situation zu besprechen und überlegen uns gegebenenfalls, wer für welches Kind „zuständig“ ist. Unserer ehemaligen Erzieherin gelingt es gut, auch zu verhaltensoriginellen Kindern einen Zugang zu finden und die Mütter sind in der Regel sehr dankbar bei der Erziehungsunterstützung der Leiterin. Immer wieder wird von den Kindergärten zurückgespiegelt, dass sie merken, welche Kinder vorher im Familientreff waren. Sie können sich besser an vorgegebene Strukturen halten und sind in ihrem Sozialverhalten anderer Kinder gegenüber weniger ichbezogen. In den Teamsitzungen werden einzelne Programmpunkte gemeinsam entworfen und Neuerungen besprochen. So entsteht bei den Ehrenamtlichen das Gefühl mitverantwortlich für das Gelingen zu sein und stärkt die eigene Bedeutung für den Familientreff. Insgesamt kann man feststellen, dass sowohl die Ehrenamtlichen als auch die Besucher/-innen mit ihren Kindern gerne kommen, was die hohe Besucherzahl zwischen 30 und 40 Personen pro Treffen zeigt.   Irmela Schmidt