Chronik 2015 – 2016

Träger: AWO Kreisverband Göppingen e.V.
Der 1. Familientreff im Landkreis Göppingen startete bei strahlendem Sonnenschein am 15. Juni 2006 mit einem Sommerfest im Garten des Hauses der Familie. Die Offenen Cafés am Dienstagnachmittag und Donnerstagvormittag wurden mit großer Begeisterung angenommen. Bereits im Herbst 2007 konnte zusätzlich am Dienstagnachmittag eine Mutter-Kind-Spielgruppe vor allem für ältere Kinder der Besucherinnen etabliert werden. Dort konnte ein altersgerechtes Angebot für Kinder von 3 – 6 Jahren durch Bettina Lorenz, später Jutta Seitz und danach Natalya Langbauer eingeführt werden. Dieses zusätzliche Angebot wurde über Gelder der Bürgerstiftung jahrelang finanziert und wird bis heute dankend angenommen. Für die Familien ist es eine große Entlastung, sich zum einen Zeit für sich selber oder für das jüngere Kind zu nehmen und zum anderen an einer Beratung / einem Gespräch durch die Familientreffleiterin teilzunehmen oder einem Fachvortrag im Familientreff zuzuhören. Ein weiterer Bedarf zeigte sich im Laufe der Monate in der schulischen Unterstützung der großen Geschwisterkinder. Dank der Aktion „Gute Taten“ der NWZ im Herbst 2012 wurde dafür ein Schüler-Club eingerichtet, der sich Zeit für die Schulkinder mit ihren schulischen Sorgen und Nöten nimmt. Am Ende des Jahres 2015 wurde dieses Angebot auf Grund der sinkenden Teilnehmerzahlen eingestellt (Im Jahre 2014 fingen die Schulen an, ihre Nachmittagsangebote massiv zu erweitern). Familie auf unterschiedliche Weise zu stärken ist eine der Hauptaufgaben, die in Vorträgen oder offenen Gesprächsrunden zur Erziehung stattfindet. Um die Bedürfnisse von Familien mit interkulturellem Hintergrund aufzugreifen, wurde im Mai 2008 eine Türkische Teestube mit einem erweiterten Tag zwei Mal monatlich eingeführt. Die Vorträge und Gesprächsrunden in türkischer Sprache finden großen Anklang und sind bis heute ein festes Angebot, während eine Einführung zu bestimmten Beratungszeiten in verschiedenen Sprachen weniger aufgesucht wurde. Erziehungsthemen in offenen Gesprächsrunden stießen auf großes Interesse und wurden seit 2008 als Kooperation der Erziehungsberatungsstelle des Landkreises im regelmäßigen Rhythmus fest etabliert. Um die Interkulturellen Kompetenzen aller Besucherinnen zu erweitern, gibt es seit 2015 einen Interkulturellen Gesprächskreis. Unter dem Motto „Vielfalt als Chance“ wurden wichtige Themen im Menschenleben von der Geburt bis zum Tod besprochen. Alle Fragen über Gesundheit, Ernährung, Pflege und Hygiene und Entwicklung des Babys werden seit 2011 fachkundig von der Familienhebamme / Gesundheitskrankenschwester ebenfalls in einer offenen Sprechstunde rund um Mama und Baby angeboten. Auch diese Kooperation wird bis heute regelmäßig ausgeführt. Neben den regelmäßigen Angeboten gibt es zahlreiche Projekte, wie z. B. Kurse in Verbindung mit dem Haus der Familie, aus der Reihe „Tipps für den Erziehungsalltag,…damit Sie es leichter haben“. Zusammen mit dem Landwirtschaftsamt wird seit 2008 einmal jährlich eine gemeinsame Kochreihe, abgestimmt auf die Wünsche und Essgewohnheiten der Teilnehmerinnen, angeboten. Auch hier herrscht Vielfalt und eine bunte Mischung an Gerichten und Gerüchen. Viele helfende Hände sind notwendig, um die Arbeit im Familientreff umzusetzen. Ohne ehrenamtliche Unterstützung wäre vieles nicht möglich. So haben in den letzten zehn Jahren viele verschiedene Ehrenamtliche in den Offenen Cafés mitgewirkt. Manche waren ein paar Wochen bei uns, andere blieben jahrelang, wie z. B. Annemarie Schmid und Sonja Lober. In der Zwischenzeit zeigte sich deutlich, wie schwierig es ist, Ehrenamtliche zu finden, die regelmäßig in die Offenen Cafés kommen. Wir mussten nach anderen Lösungen suchen. Daher kommen zu uns immer wieder neue Personen aus dem „1-Euro-Job“ Programm. 2012 konnte erstmalig eine FSJ-lerin engagiert werden, die im Anschluss ein duales Studium beim Kreisjugendamt – Frühe Hilfen – Familientreff absolvierte. Heute haben wir schon die zweite Studentin, die in ihrem dualen Studium für den Familientreff unterstützend tätig ist. Ebenfalls konnte ein Flüchtling, ein junger Mann aus Syrien, sich für die Arbeit im Familientreff begeistern. Er unterstützt uns bis heute in den Offenen Cafés. Jetzt ist er im Rahmen einer BVJ-Stelle, die wir gemeinsam mit dem Haus der Familie organisiert haben, für beide Familientreffs zuständig. Damit möglichst viele Familien von den Familientreffs erfahren, zeigt der Familientreff seine Präsenz regelmäßig im September beim Weltkindertag, im Oktober bei der Göppinger Interkulturellen Woche und der Familienmesse. Einmal ist es uns gelungen, beim Maientagsumzug, im Rahmen des Bündnisses für Familien, unsere beide Göppinger Familientreffs zu präsentieren. Das Klima und die Bedeutung des Familientreffs drückt deutlich die Aussage einer Mutter aus: „Der Familientreff ist wie ein großes Wohnzimmer, wo sich familiäres Leben abspielt mit allen seinen Facetten. Wo man interessante Gespräche mit Freundinnen führt, wo man seine Freuden und Sorgen mitteilen kann, wo man vieles Interessantes erfährt, wo die Kinder viel Platz und Freunde zum Austoben haben. Es ist ein wunderbarer Ort. Dafür danken wir dem ganzen Team.“ Krystyna Bednarski