Chronik 2015 – 2016

Träger: AWO Kreisverband Göppingen e.V.
Der Familientreff in Bodenfeld feiert in diesem Jahr sein 8-jähriges Bestehen. Im Oktober 2009 startete dieser in den Räumlichkeiten des Martin-Luther Gemeindehauses und findet seitdem regelmäßig zwei Mal wöchentlich statt. Bei uns ist jeder willkommen, Kinder, Eltern, aber auch Großeltern. Unsere angebotenen Veranstaltungen sind kunterbunt, kindgerecht, kulinarisch und interkulturell. Zu unseren Angeboten gehört eine offene Gesundheitssprechstunde, die einmal im Monat seit dem Jahr 2010 von Frau Hummitzsch, einer erfahrenen Familienkrankenschwester, angeboten wird. Die Beratung über Gesundheit, Pflege, Ernährung und Hygiene ist für die Eltern eine große Entlastung. Diese Entlastung hat wiederum eine präventive Funktion, denn sie sorgt dafür, dass die Eltern in der Betreuung ihrer Kinder sicherer und stabiler werden. Außerdem gehört zu unserem regelmäßigen Angebot auch die pädagogische Gesprächsrunde. Dabei unterstützt uns eine Mitarbeiterin der psychologischen Beratungsstelle des Landratsamtes. Im Vordergrund stehen dabei Erziehungsthemen. Nicht selten finden auch Einzelberatungen bei uns im Familientreff statt. Diese können bei Bedarf auch Zuhause in vertrauter Umgebung der Familie fortgeführt werden. Reicht das nicht aus, wird mit unserer Hilfe eine passende Beratungsstelle im Landkreis Göppingen ausgewählt, zu denen die Familien auf Wunsch auch von uns begleitet werden. Einmal im Monat findet ein Familienfrühstück statt, welches liebevoll von unseren ehrenamtlichen Mitarbeitern und durch die tatkräftige Unterstützung unserer Besucher gestaltet wird. Neben dem regulären Kernangebot haben sich das Programm und das Angebot des Familientreffs über die Jahre immer wieder geändert und sich an die Ansprüche und Wünsche unserer Besucher angepasst. Zu Beginn der Familientreffarbeit besuchten uns viele türkische Familien, die unser Angebot trotz bestehendem Interesse aufgrund sprachlicher Barrieren nicht immer vollumfänglich nutzen konnten. Da wir jedoch merkten, dass das Interesse an unseren angebotenen Vorträgen grundsätzlich vorhanden war kam uns die Idee, verschiedene pädagogische Vorträge als STÄRKE-Kurse auch in türkischer Sprache anzubieten. Diese bestanden beispielsweise aus Vorträgen zu den Themen „Coole Jungs? Jungs in türkischen Familien“ oder „Kinder brauchen Grenzen & Werte“ und wurden von unseren Besuchern mit regem Interesse wahrgenommen. Bei all diesen Terminen blieb, nach einem theoretischen Input, viel Zeit für Fragen und Diskussion, das gemeinsame Gespräch stand dabei immer im Vordergrund. So änderte sich unser Programm von Jahr zu Jahr. In den vergangenen Jahren gab es regelmäßig verschiedene Miniclubs in Zusammenarbeit mit dem Haus der Familie Göppingen in türkischer, russischer und italienischer Sprache. Diese fanden im Rahmen des Familientreffs als Zusatztermine statt und wurden jeweils von pädagogischen Fachkräften geleitet. Der Zweck dabei ist, die Kinder in ihrer jeweiligen Muttersprache zu stärken und ihnen daneben spielerisch die deutsche Sprache näher zu bringen. Die Eltern erhalten Anregungen für die Erziehung der Kinder, können Kontakte knüpfen und sich austauschen. Seit einigen Jahren bieten wir ein Mal im Jahr einen Kochkurs für junge Familien an, bei dem es darum geht, preiswert, gesund und kindgerecht zu kochen. Dieses Angebot wird von unseren Familien immer mit viel Freude angenommen. Unterstützt werden wir bei diesen Kochkursen vom Landwirtschaftsamt Baden-Württemberg. Zu unseren ältesten und regelmäßig wiederkehrenden Angeboten gehört unter anderem das Mutter-Kind-Gruppenan-gebot, bei dem der Spaß und die Freude am gemeinsamen Basteln und Singen im Vordergrund steht. Dabei passen wir das Angebot den Jahreszeiten an und versuchen, dieses auch immer auf die verschiedenen Rituale und Traditionen unterschiedlicher Länder und Kulturen abzustimmen. Seit dem Jahr 2014 finden interkulturelle Gesprächsrunden statt. Ziel dabei ist es, Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen und verschiedener Länder die Möglichkeit zu geben, sich in einer ungezwungenen Runde besser kennen zu lernen. Hier kommt jeder zu Wort und darf von seinen Erfahrungen und seinem Wissen erzählen. Dadurch werden Barrieren abgebaut, das Zusammenleben und die Vielfalt gestärkt und das Verständnis untereinander gefördert, während die Kinder nebenher im Familientreff basteln und spielen können. Einige Themen die dabei besprochen werden sind unter anderem „Erziehung in verschiedenen Kulturen“ und „Respekt voreinander. Voneinander lernen, voneinander profitieren“. Im Jahr 2015 fanden sechs Vortragsreihen zum Thema „Übergänge im Kindesleben begleiten – Vom Kindergarten in die Grundschule“ statt. In der Entwicklung der Kinder sind Übergänge insbesondere vom Elternhaus zum Kindergarten und vom Kindergarten zur Schule wichtige Etappen. Diese Vortragsreihe kam zustande, da wir häufig beobachteten, wie unsicher Eltern diesen Übergängen gegenüberstehen. Sie sollte dazu dienen, den Eltern diese Unsicherheiten zu nehmen und ihnen mit Informationen und Tipps bei der Bewältigung dieser Übergänge zur Seite zu stehen. Eines unserer weiteren Projekte aus dem Jahre 2016 lief unter dem Motto „Bewegung im Alltag für Kinder und Eltern“ und fand in Kooperation mit dem Gesundheitsamt statt. Es ging darum den Eltern näher zu bringen, warum Bewegung für Kinder wichtig ist und wie Bewegung im Alltag und Zuhause mit Alltagsgegenständen für Drinnen und Draußen ganz leicht umgesetzt werden kann. Insbesondere in den Jahren 2016 und 2017 wurden und werden außerdem zusätzlich Vorträge für Frauen mit Fluchterfahrung angeboten. Dies resultiert daraus, dass viele der nach Bodenfeld zugezogenen Flüchtlingsfamilien, ihren Weg zu uns in den Familientreff fanden. Die Kinder aus diesen Familien fühlten sich schnell wohl bei uns, integrierten sich und hatten auch weniger mit sprachlichen Barrieren zu kämpfen. Dies haben wir nicht zuletzt der fürsorglichen Betreuung durch unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter zu verdanken. Anders sah das häufig bei den Eltern aus, sprachliche Barrieren erschwerten den Austausch und unsere auf Deutsch angebotenen Vorträge konnten aufgrund dessen nicht besucht werden. Fragen wurden mithilfe einer Dolmetscherin beantwortet, die selbst mit ihrem Kind früher den Familientreff besuchte. Daher bieten wir auch hier im Kooperation mit dem Haus der Familie weiterhin eine Vortragsreihe unter dem Motto „Leben in Deutschland“ für Frauen mit Fluchterfahrung an, die von einem Dolmetscher begleitet wird. Der Alltag des Familientreffs besteht daneben aber auch aus Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit. Diese ist gekennzeichnet durch eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Göppinger Institutionen, die sich regelmäßig bei uns im Familientreff vorstellen. Zusätzlich sind wir als Familientreff auch immer wieder bei öffentlichen Veranstaltungen vertreten, zum Beispiel bei der Familienmesse, dem Weltkindertag und dem Sommerfest im Stadtteil Bodenfeld. Darüber hinaus schätzen wir die gute Zusammenarbeit mit den Kindergärten und Tagesstätten vor Ort sehr, die unsere Arbeit schätzen und unterstützen. Einige der ganz besonderen Erlebnisse seit Beginn des Familientreffs sind der Besuch des Nikolauses in der Weihnachtszeit, Geburtstagfeiern und die alljährliche Faschingsfeier. Die Nikolausfeier wird gemeinsam mit dem Familientreff Göppingen im Haus der Familie veranstaltet und ist für viele unserer Besucher der Höhepunkte des Jahres, denn die Kinder freuen sich immer besonders auf den Besuch des Nikolauses, der ihnen kleine Geschenke vorbeibringt und die schöne Theateraufführung, die vom „Arbeitskreis Soziales“ der Stadt Göppingen finanziert wird. Für diese großzügige finanzielle Unterstützung möchten wir uns ganz herzlich bedanken. Den Familientreff als Ort des Miteinanders für Groß und Klein zu organisieren bedarf vieler helfenden Hände. Daher ist die Arbeit mit unseren ehrenamtlichen Mitarbeitern, Praktikanten, Auszubildenden und 1-Euro-Job Helfern für uns sehr wichtig, denn ohne sie wäre es nicht möglich, den Familientreff mit seinen vielseitigen Aufgaben durchzuführen. An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei allen ehrenamtlichen Mitarbeitern, Helfern und Kooperationspartnern bedanken, die uns bei unserer Arbeit zur Seite stehen und uns dabei tatkräftig unterstützen. Lilli Wacker