Chronik 2013 – 2014

Träger: Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart e.V. Der Familientreff Geislingen wurde im Herbst 2013 erweitert und befindet sich nun an zwei Standorten: Im Kinderhaus in der „Hinteren Siedlung“, Liebknechtstraße und weiterhin in der Oberen Stadt in der Bleichstraße. Seit der Erweiterung und dem Umzug der Hauptangebote des Familientreffs in das Kinderhaus: „Die kleinen Siedlungsstrolche“ in der Liebknechtstraße ist die Besucherzahl in den Offenen Café-Treffs stark angestiegen. Mitten im Wohngebiet und durch die Nähe zur Krippe und zum Kindergarten, nutzen manche Familien die Angebote des Familientreffs gezielt als Vorbereitung für den Krippen- bzw. Kindergartenbesuch ihres Kindes. Andere wurden durch den Familientreff ermutigt, ihr Kind in der Krippe anzumelden. Geislingen FT 1 Für viele Familien sind die Familientreffangebote wie ein öffentlicher, zentral gelegener Spielplatz mit Kinderbetreuung und Cafébetrieb, an dem sie zusätzlich noch Anregungen und Beratung erhalten. Durch die offene Fensterfront können neue Besucherinnen sich die Angebote erst einmal von außen anschauen. Öffentliche Orte der Begegnung sind selten geworden. Erziehung wird immer mehr zur Privatsache und viele Familien haben im eigenen Garten Spielgeräte und sind somit nicht mehr an öffentlichen Spielplätzen anzutreffen.   Geislingen FT 2Die in der Bleichstraße begonnene Arbeit, wie z.B. Familien möglichst früh zu erreichen, Brücken zwischen Kulturen und unterschiedlichen soziale Milieus zu bauen und sinnvolle Erziehungsstile erlebbar zu machen, konnte an diesem günstigen Standort besser umgesetzt werden. Um der hohen Besucherzahl weiterhin gerecht zu werden, wurden die Offenen Café – Angebote erweitert. Neben dem Mittwochscafé entstanden dienstags zwei regelmäßig stattfindende offene Angebote: Vormittags ein internationales Café für Familien mit Kleinkindern und nachmittags ein Angebot für Schwangere und Eltern mit Babys. Das Offene Café am Mittwochvormittag wurde an diesem, mitten im Wohngebiet gelegenen Standort sofort sehr gut angenommen. Die Besucherzahl mit manchmal bis zu 40 Familien mit Babys und Kindern bis drei Jahren machte es der Familientreffleiterin und den ehrenamtlichen Kinderbetreuerinnen oft schwer, allen Gästen gerecht zu werden. Sehr positiv ist deshalb, dass sich einige Besucher/-innen durch die gelegentliche Mithilfe bei der Kinderbetreuung, durch die Unterstützung benachteiligter Frauen oder der Mitgestaltung des Büfetts mit einbrachten. Das Angebot am Dienstagvormittag ist für Familien mit Kindern, die schon laufen können. Hier gibt es neben Erziehungsberatung, Sing- und Spielanregungen auch Angebote zu Themen wie Ernährung und eine regelmäßige Sprechstunde der Staufen AG zum Beruflichen Wiedereinstieg. Das Angebot am Dienstagnachmittag richtet sich an Schwangere und Mütter mit Babys und Geschwisterkindern. Dieses Treffen nutzen die Familien zum Austausch und zur Geburtsvorbereitung. Erstgebärende und Geschwisterkinder kommen in Kontakt mit Babys. Familien mit Babys erhalten Anregungen und Beratung. Zweimal monatlich ist eine Familienhebamme anwesend. In Kooperation mit dem Kinderhaus und dem Integrationsrat fand dienstags ein Sprachkurs für Eltern mit Migrationshintergrund statt. Der Familientreff übernahm die Kinderbetreuung. Auch die Ehrenamtlichen, ohne die das Mittwochscafé undenkbar wäre, übernahmen am neuen Standort ihre Aufgaben je nach persönlicher Situation regelmäßig oder gelegentlich punktuell. In den vergangenen 5 Jahren hat sich hier auch eine klare Aufgabenverteilung ergeben. Einige waren vor allem während der Hauptbesucherzeit zur Kinderbetreuung anwesend. Zwei Ehrenamtliche kamen regelmäßig und übernahmen neben der Kinderbetreuung noch weitere Aufgaben wie Spiel-, Bastel- und Singangebote, Dekoration der Fenster, Einkauf und Gestaltung des Frühstückbüfetts. Zwischen den Ehrenamtlichen und Besucherinnen haben sich in einigen Fällen besondere persönliche Beziehungen entwickelt (Ersatzoma, Spiel- oder Gesprächspartnerin usw.). Für die Angebote am Dienstag stand vormittags eine Ehrenamtliche zur Verfügung. Am Dienstagnachmittag gibt es seit Juli 2014 auch eine Ehrenamtliche und jeden zweiten Dienstagnachmittag kommt die Familienhebamme. Geislingen FT 3 An dieser Stelle soll Frau Czech zu Wort kommen, eine Ehrenamtliche, die den Geislinger Familientreff von Anfang an mitgestaltet hat und unsere Arbeit am Dienstag und mittwochvormittags unterstützt: „Das Jahr 2014 brachte einige Veränderungen im Familientreff Geislingen mit sich. Durch den Umzug in die neuen Räume erhöhte sich die durchschnittliche Besucherzahl erheblich. Es werden nun noch mehr Familien aller sozialer Schichten sowie vieler verschiedener Nationen erreicht. Dies macht unsere Arbeit anspruchsvoller, aber auch sehr interessant und abwechslungsreich. Die Mütter kommen mit sehr unterschiedlichen Bedürfnissen zu uns, angefangen von reiner Spielzeit mit dem eigenen Kind, über lockere Gesprächsrunden bei einer Tasse Kaffee oder der Suche nach Unterstützung bei der Kindererziehung bis hin zum „Deutschunterricht“. Durch die Offenheit des großen Raumes, fällt es auch sehr kleinen Kindern leichter, mal alleine oder mit den Ehrenamtlichen zu spielen, so dass die Mütter eine kleine Auszeit haben können. Im Offenen Café am Mittwoch findet 14-tägig ein Vortrag statt. Mütter die das entsprechende Thema interessiert, können sich am Tisch austauschen, für die übrigen Mütter besteht, die Möglichkeit sich im Nebenraum zu unterhalten. Hier finden auch Spiel- und Bastelangebote für die „größeren“ Kinder als Vorbereitung für den Kindergarten statt. In der jeweiligen Woche ohne Vortrag bieten wir ein leckeres Frühstücksbüfett an, das immer gerne angenommen wird. Am Dienstagvormittag findet ein Angebot mit einer Mischung aus gemeinsamen Frühstück, Spielen, Singen und Austausch der Mütter statt.“ Geislingen FT 4 Trotz steigender Besucherzahl gibt es Familien, die nach wie vor auf ein ganzes Netzwerk von Menschen angewiesen sind, die ihnen den Zugang zu für sie passenden Orten erleichtern. Dies zeigt sehr anschaulich der Brief einer jungen Mutter, die, durch die Familienhebamme ermuntert, bis ihr Kind vor einigen Wochen 3 Jahre alt wurde und in den Kindergarten kam, verschiedene Angebote des Familientreffs regelmäßig besucht hat:
„Liebe Frau König, Liebe Frau Kovacsik, ich möchte mich bei Ihnen bedanken für Ihre tolle und aufbauende Betreuung. Sie haben sehr viel dazu beigetragen, dass es uns jetzt so gut geht. Durch die direkte Art und der mehrmaligen Aufforderung von Frau Kovacsik wurden wir zum Familientreff begleitet. (Worüber ich sehr froh bin.) Bei dem „Mittwochs-Oma-Treff“ fühlte ich mich anfangs sehr verloren, da ich alleinerziehende Mutter bin. Sie haben mir, mit Begleitung von Frau Kovacsik, sehr geholfen. So, dass ich weiterhin regelmäßig beim „Mittwochs-Oma-Treff“ teilnahm. Die Trennung und das neu geborene Kind, zwei große Ereignisse die mich damals überschlagen und überrumpelt haben, konnte ich dank Ihrer Betreuung in die richtige Richtung lenken. Auch die alleinerziehenden Frauen im Café, die Sie betreut haben, gaben mir das Gefühl nicht mehr allein zu sein. Wir waren irgendwie eine Gemeinschaft, wir haben uns sehr gerne getroffen. Es hat uns gestärkt, da wir als Gruppe unsere Erfahrung teilen konnten. Die offene Art damit umzugehen, war sehr überraschend und angenehm zugleich. Ich lernte bei Ihnen so viel gutes, wie man einfach und liebevoll die Erziehung angehen kann. Ich kann mich nur wiederholen DANKE, dass Sie uns mit so viel Wärme und Liebe empfangen haben. Ihre Ratschläge werden uns weiter begleiten. Frau König, sie sind eine tolle Sozialpädagogin mit Leib und Seele. Ebenso Frau Kovacsik sehe ich als eine starke und liebe Frau, die mein Leben bereicherte. Ich bin sehr froh und dankbar, dass mich zwei so tolle Frauen im Leben begleitet haben.“ Animata B. (Name geändert)
Die türkische Teestube mit Frau Yilmas fand weiterhin jeden Donnerstagnachmittag am Standort in der Bleichstraße statt. Auch sie wurde weiterhin sehr gut angenommen als regelmäßiger Ort des Austausches und der Beratung. Sing- und Spielangebote in deutscher und türkischer Sprache ergänzten das Angebot. Nach Bedarf fand auch hier die Hebammensprechstunde und Beratung durch eine Fachkraft der psychologischen Beratungsstelle statt. 2014 wurde in Kooperation mit dem Haus der Familie ein sehr gut angenommener Stärkekurs für die Teilnehmerinnen durchgeführt. Herzlichen Dank an die Ehrenamtlichen für ihren großen Einsatz, an die Mitarbeiterinnen der türkischen Teestube, an die Familienhebamme Michaela Kovacsik, an das Kinderhaus „Kleine Siedlungsstrolche“ und an alle Kooperationspartner, die uns unterstützt und ihr Wissen an unsere Eltern weitergegeben haben.   Cornelia König