Chronik 2013 – 2014

Träger: Diakonisches Werk des Evangelischen Kirchenbezirks Göppingen
„Wenn zwei Menschen einander begegnen und sich miteinander austauschen, dann sind das immer gleichsam zwei Welten und zwei Weltblicke, die einander gegenüber treten.“ (Hans Georg Gadamer, deutscher Philosoph)
Eislingen ist eine Stadt der Vielfalt, Menschen aus mehr als 80 verschiedenen Nationen leben zusammen und begegnen sich aus verschiedenen Welten und deren Weltblicken. Der Familientreff spiegelt diese Vielfalt wider. Es begegnen sich Familien und Kinder aus verschiedenen „Welten“. Zum einen sind es über 10 verschiedene Nationen, die sich in den Offenen Cafés begegnen, zum anderen spiegelt sich die bunte Mischung in der Altersstruktur, junge Familien bis Großeltern mit Enkeln, Babys und Kleinkinder, ebenso bunt der Bildungshintergrund, Akademiker und Frauen ohne Schulabschluss – alle mit der großen Gemeinsamkeit, Kinder zu erziehen. Eislingen FT Bei so vielen Welten und Weltblicken der einzelnen Familien wurde die Neugierde geweckt und nachgefragt, was sie am kulturellen Leben des Anderen interessiert. Es ist eine Gesprächsreihe entstanden, um mehr von den kulturellen Hintergründen zu erfahren. Eine Gesprächsreihe über die Vielfalt der Kulturen.       Vier Themenveranstaltungen haben stattgefunden:
  • Austausch über die Geburt: Von Frausein zum Muttersein
  • Wie werden Hochzeiten gefeiert?
  • Wie werden Trauerrituale zelebriert?
  • Welche Unterschiede gibt es in der Erziehung?
Aus guter Tradition feierten wir verschiedene Feste der Weltreligionen in unseren Cafés, wie Fastnacht, Ostern, Ramadan, Erntedank, St. Martin, Nikolaus und Weihnachten. Um auch einen tieferen Einblick in die Weltreligionen zu bekommen, berichteten Referenten über Geburt und Leben Mohammeds, Jesus Geburt aus Bibel und Koran, Jesus Tod und Auferstehung, das Opferfest, Gottes Liebe und Engel als Gottes Boten. Die Familien begegneten sich mit großer Offenheit, brachten sich im Gespräch persönlich ein. Ihre eigenen Erlebnisse, die ich im Vorfeld nur literarisch erfassen konnte, wurden dort mit Leben gefüllt. Und die erzählende Frau wurde mit Achtung betrachtet und nicht mit wertenden Blicken. Die eigene Haltung, die Offenheit, was Frauen mitbringen, wenn sie aus einem anderen Land kommen, erfordert von jedem einzelnen von uns, sich selbst und seine Umwelt zu reflektieren und sich so einer anderen Welt anzunähern. Und Empathie im Sinne von Neugierde für Fremdes, das uns nicht gleich verständlich ist, aufzubringen. Der Gedanke war, aufeinander zuzugehen, um gemeinsam über ein gutes Miteinander von Einheimischen und Zuwanderern, Christen und Muslimen nachzudenken. Die Familientreffbesucherinnen kommen miteinander über Wege und Möglichkeiten, Menschen mit Migrationshintergrund in unsere Gesellschaft zu integrieren, ins Gespräch. Das prägt die Atmosphäre und zeigt eine große Offenheit in unseren Cafés. Neben den bestehenden Offenen Cafés, wurde die Möglichkeit der Beratung außerhalb der Offenen Cafés verstärkt angenommen. Es ist notwendig, Menschen in Erziehungs- und Lebensfragen schnell beizustehen, damit sich die Probleme nicht verstärken. Ein schneller Termin und ein paar Gespräche können Familien helfen, Probleme einzugrenzen und eigene Ressourcen wieder zu entdecken. „Wichtig war für mich, dass ich gemerkt habe, dass ich selbst etwas wert bin und habe nachgedacht, was ich selbst gut kann“, beschreibt eine Mutter. Dieses Gefühl überträgt sich in die Familie und das Zusammenleben mit den Kindern. Eislingen FT 1Ein weiterer Bereich ist die Unterstützung durch die Familienhebamme. Regelmäßig haben Angebote im Offenen Café und im Eltern-Baby-Treff von Seiten der Familienhebamme stattgefunden. Durch das Vertrauen in die Familienhebamme konnten die Frauen verschiedene schwangerschaftsspezifische Themen ansprechen, schwangere Mütter haben gezielt Gespräche mit der Familienhebamme aufgesucht, während das ältere Kind im Offenen Café spielte. Auch 2014 gab es wieder Veranstaltungen in Kooperation mit anderen Einrichtungen außerhalb der Offenen Cafés. Regelmäßig findet mit dem Kinder-und Familienzentrum der Christuskirche Eislingen eine gemeinsame Veranstaltung statt. Um auch Vätern oder Großeltern mit in den Erziehungsalltag einzubeziehen, gab es an einem Samstagvormittag Gelegenheit, sich beim Frühstück mit anderen Familien auszutauschen, mit den Kindern einen Bewegungs-Parcours auszuprobieren um sich als gemeinsam wirksam zu erleben. Erlebnisse in schöner Atmosphäre blieben in Erinnerung. Sehr gut besucht war auch der Stärke-Kurs, der in Kooperation mit dem Haus der Familie Göppingen stattfand. An fünf Veranstaltungsterminen beteiligten sich die Eltern rege an den pädagogischen Themen und waren sehr an den Tipps für den Erziehungsalltag interessiert. Durch Gespräche untereinander und mit den Referenten lernten sich viele gegenseitig auf eine neue Art kennen und konnten viele offene Fragen rund um das Thema Erziehung ansprechen. Um Familien gemeinsam zu unterstützen, bedarf es viele Hände. So gilt ein großer Dank an zwei ehrenamtliche Damen, die regelmäßig die Babys und Kinder liebevoll betreuen. Und unsere Mitarbeiterinnen lassen Groß und Klein mit Spielideen und musikalischen Klängen in die Kinderwelt abtauchen oder sorgen sich um unseren Frühstückstisch. An dieser Stelle herzlichen Dank an alle Kooperationspartner. 2015 werden wir feiern. Der jüngste Familientreff besteht nun schon seit 5 Jahren. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, am 22.07.2015 zu einem Frühstücksbüfett und einen Vormittag im Familientreff mit zu erleben. Wir freuen uns!   Nicole Nitzsche