Der Familientreff Ebersbach


So finden Sie uns
Seminarhaus
Im Kirchberg 2
73061 Ebersbach


Familientreffleiterin:
Irmela Schmidt (DRK Göppingen)
Tel.: 07161 / 673912
E-Mail: i.schmidt@drk-goeppingen.de



 

Montags

09:00 – 12:00 Uhr
PEKIP (zwei Gruppen)

 

Mittwochs

9:00 – 12:00 Uhr
offenes Cafe


Termine



Babys und Kleinkinder

Babys und Kleinkinder

  • Können mit anderen Kindern spielen
  • Lernen erste Regeln außerhalb der Familie kennen
  • Erfahren eine Vorbereitung für den Kindergarten
  • Erfreuen sich an schönen (altersgerechtem) Spielsachen

 


Eltern und Großeltern

Eltern und Großeltern

  • Können Kontakte knüpfen, andere Familien kennen lernen
  • Erfahren Wissenswertes über Erziehung, Gesundheit und anderen Alltagsthemen
  • Lernen die Beratungsangebote im Landkreis kennen
  • Haben eine kleine Auszeit im anstrengenden Familienalltag
  • Können mit ihren Anregungen und Fragen die Treffen mitgestalten

Wir begleiten Sie in Ihrem Familienalltag

Die Familientreffleiterin ist für Sie und Ihre Fragen und Sorgen da. Gerne können Sie mit ihr auch Beratungstermine vereinbaren. Weitere Mitarbeiterinnen übernehmen die Kinderbetreuung. Der Familientreff will Sie in Ihrem Familienalltag begleiten und unterstützen.



Trägerschaft:
     
 

Chronik 2015 – 2016

Chronik 2015 – 2016

Träger: DRK-Kreisverband Göppingen e.V.

Im Jahr 2016 feierte der Landkreis das 10-jährige Bestehen der Familientreffs. Der Familientreff in Ebersbach, unter der Trägerschaft des Deutschen Roten Kreuzes, war einer der drei ersten Familientreffs, der im Jahr 2006 mit der Projektarbeit begann. Von daher gab es auch in Ebersbach ein 10-jähriges Jubiläumsfest.

Das fantastische internationale Frühstücksbuffet, das von vielen Helferinnen aus verschiedenen Ländern zubereitet wurde und die mehr als sechzig Besucher/innen zeigten, dass der Familientreff im Ebersbacher Gemeindealltag „angekommen“ ist.

Für die Kinder gab es einige Tage später eine Märchenaufführung mit der Künstlerin Ilka Wimmer. Alle Plätze waren belegt und die Kleinen lauschten gespannt den Bremer Stadtmusikanten.

Zehn Jahre Familientreff, das ist auch eine Rückschau wert. Deshalb sollen heute zwei Ehrenamtliche, Herr Eisele von der Stadtverwaltung und zwei Besucherinnen zu Wort kommen. Frau Marianne Härer und Frau Brigitte Eberhardt sind von Anfang an dabei und heute schon „halbe Profis“ im Familientreff. Auf die Frage, warum sie dabei sind, meint Frau Eberhardt, dass sie vor 10 Jahren eine sinnvolle Beschäftigung gesucht hat, in der sie etwas bewegen kann und Frau Härer warf ein, dass Kinder ihr schon immer viel Freude gemacht haben und sie, inzwischen im Rentenalter, gerne noch „am Puls des Zeitgeistes“ sei und das wäre sie, mit den vielen jungen Eltern. Frau Härer freut sich, wenn Mütter nach Jahren mit dem zweiten oder dritten Kind wiederkommen und sagen: Oh, hier kenne ich ja noch alle, wie schön, dass mal was „gleich bleibt“.

Beide versichern, dass das Team aus sieben Ehrenamtlichen gut miteinander auskommt, jede ihren Platz gefunden habe und diese Harmonie auch von den Besucher/innen empfunden wird. Auf die Frage, was sich denn in den zehn Jahren verändert habe, werden beide nachdenklich. Frau Eberhardt meint, dass die Mütter früher mehr aus dem Bauch gehandelt hätten, Erziehung vielleicht auch eine Frage der Intuition war. Heute seien die Eltern stärker verunsichert und das gehe quer durch alle sozialen Schichten, ob junge oder ältere Eltern.

Das Angebot für Eltern ist so vielfältig geworden. Das suggeriere ihnen, dass sie überall dabei sein müssten um ihr Kind optimal zu fördern. Frau Härer schwärmt: das Schönste war für sie einfach nur dazusitzen mit ihrem Baby auf dem Bauch und die Ruhe und Innigkeit zu fühlen. Sie fragt sich, ob Eltern heute dazu noch Zeit finden.

Beide stellen fest, dass die Mütter viel früher wieder arbeiten gehen, die Kinderbetreuung ab einem Jahr wird selbstverständlicher, so dass wir im Familientreff eine höhere Fluktuation haben und nicht mehr wie zu Anfang Bindungen über Jahre hinweg sich entfalten können. Aber immer noch seien es eher die Mütter, denen der Spagat zwischen Kindererziehung und Arbeit gelingen muss. Obwohl, sinniert Frau Eberhardt anerkennend, z. Z. haben wir ja ein türkisches Elternpaar, das sich sowohl die Kindererziehung als auch die Betreuung teilt. Abwechselnd ist mal der Vater, mal die Mutter mit beiden Kindern im Familientreff.

Schwierig finden beide nach wie vor, dass manche Mütter es auf Grund ihres sozialen und/oder familiären Hintergrundes schwer haben, Kontakte im Familientreff zu schließen. Die Begleitung von Familienhebammen hilft diesem Personenkreis, die Hemmschwelle zu überwinden.

Sie freuen sich beide, wenn sie sehen, wie manche Kinder, wenn sie regelmäßig in den Familientreff kommen, Veränderungen in ihrem Sozialverhalten aufzeigen und dass Mütter/Eltern, die zu Anfangeher verschlossen waren, sich öffnen und von ihrem Leben erzählen.

Beide Ehrenamtlichen betonen, dass sie sich über die netten Aktivitäten freuen, die der Leiterin Dank der Sachkostenpauschale des Landratsamtes möglich sind. Ob Theaterbesuche, Stadtführungen oder auch mal lecker Essen gehen, natürlich ist das kein Grund zum Dabeibleiben, meinen beide, aber schön ist es doch, diese Anerkennungskultur und fördert das Gemeinschaftsgefühl.

Herr Eisele, stellvertretender Amtsleiter für Bildung, Erziehung und Betreuung in Ebersbach und Ansprechpartner für den Familientreff versichert, dass der Familientreff das Anfangsglied in der Kette von Angeboten für Familien ist, die ein familienfreundliches Ebersbach auszeichnet. Er ist die Anlaufstation vor Kindergarten und Schule und bietet eine problem- und zeitnahe Unterstützung und Beratung im Vorfeld. Auch er sieht, wie wichtig die Ehrenamtlichen für die vielfältigen Angebote sind und meint abschließend, dass der Familientreff in diesen zehn Jahren zu einer Einrichtung geworden ist, die nicht mehr aus Ebersbach wegzudenken sei.

Zum Schluss noch zwei Interviews mit regelmäßigen Besucherinnen im Familientreff.

Celina K. eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern, die über den PEKiP-Gutschein zum Familientreff kam. Auf die Frage, was sie besonders am Familientreff schätzt antwortete sie, dass ihr die familiäre Atmosphäre gut getan hat, dass ihr zugehört wird und auch tatkräftig bei der Problembewältigung geholfen wurde. „Ich habe Menschen kennen gelernt, mit denen mich inzwischen eine Freundschaft verbindet. Ich habe gute Tipps erhalten durch die vielen unterschiedlichen Vorträge und im Zweiergespräch und ich konnte immer meine Kinder mitbringen. Die sonstigen Erziehungsvorträge, die abends sind, sind für mich als Alleinerziehende nicht machbar, da ich keinen Babysitter habe.“ Und obwohl ihre beiden Kinder inzwischen im Kindergarten sind, kommt Frau K. wenn sie Zeit hat auf einen „Schwatz“ vorbei und erzählt gerne, wie ihr´s jetzt in ihrem Leben geht.

Mehtap R. ist Muslima und lebt seit zehn Jahren in Deutschland und hat zwei Kinder. Sie meint auf die Frage, was ihr am Familientreff gefällt: „Ich habe hier gelernt, wenn man will, kann man alles machen, ihr gebt mir Mut dazu. Ihr seid so nett zu mir gewesen, dadurch habe ich Vertrauen zu euch gefunden. Außerdem habe ich hier viel Deutsch gelernt (auch dank unserer pensionierten ehrenamtlichen Lehrerin, Dorle Knauß) und bei beruflichen Fragen half Frau Würth weiter, sie war früher Frauenbeauftragte beim Arbeitsamt. Außerdem, so Mehtap, hier fragt mal jemand nach MIR, nicht immer nur nach meinem Kopftuch. Ich komme gerne hierher.

Beide Mütter versichern, sie fühlen sich hier ein bisserl, wie in einer großen Familie.

In meinem Resümee nach zehn Jahren Familientreffarbeit, das für beide Familientreffs und sicherlich für alle Familientreffs im Landkreis gleichermaßen gilt, möchte ich gerne Mehtaps letzten Satz nochmals aufgreifen.

Was macht die Familientreffs aus, was wollen wir, was ist uns wichtig? Wir möchten den Menschen, die zu uns kommen, möglichst ohne Schubladendenken begegnen. Wir wollen uns Zeit nehmen für ihre Empfindungen, Gedanken, für ihre Wünsche und für ihre Geschichte.

Was alle Besucher/innen verbindet ist die Elternschaft, egal aus welcher sozialen Schicht sie sind oder welche Herkunft oder Hautfarbe sie haben. „Integration wird erst dann möglich, wenn Menschen Menschen sein dürfen, eigen, einzigartig, vielschichtig. Wenn sie nicht Menschen mit Migrationshintergrund, geflüchtete Menschen, Muslime, Christen, Farbige, Weiße, Menschen mit Behinderung oder irgendein anderes Kollektiv sein und repräsentieren müssen. Wenn ihr Handeln, gutes wie schlechtes, nicht auf den Rest des Kollektivs zurückfällt. Wenn sie als ICH gesehen werden, statt als Menschengruppe.“

*Vielleicht ist das ein wichtiges Merkmal des Erfolgsrezepts aller Familientreffs, zumindest bemühen wir uns alle darum:

  • Eltern begegnen Eltern
  • Familien begegnen Familien
  • Kinder begegnen Kindern
  • Menschen begegnen Menschen

Irmela Schmidt

Chronik 2013-2014

Chronik 2013-2014

Träger: DRK-Kreisverband Göppingen e.V.

Im Familientreff Ebersbach gab es in den letzten beiden Jahren einige neue Angebote. Diese wurden möglich, da der Familientreff die Seminarräumlichkeiten an einem weiteren Wochentag nutzen konnte, wofür ich mich bei der Volkshochschule ausdrücklich bedanken möchte.

Seit 2013 gibt es die türkische Spielgruppe, geleitet von einer türkischen Mutter, die dafür ein kleines Honorar erhält. Die Idee dahinter ist, auch türkischen Müttern und ihren Kindern, welche die deutsche Sprache nur wenig beherrschen, einen Raum anzubieten, in dem sie sich sicher und angenommen fühlen. Denn das ist die Voraussetzung, um sich öffnen zu können und über Alltagsprobleme ins Gespräch zu kommen. Außerdem haben türkische Mütter vermehrt festgestellt, dass ihre Kinder nicht gewohnt sind, sich längere Zeit im Spiel zu konzentrieren und sie ein anderes Spielverhalten haben als deutsche Kinder bzw. Mütter. Diese Beobachtung haben wir aufgenommen. Die Leiterin versucht, durch Struktur und gezielte Spielangebote die Konzentrationsfähigkeit der Kinder zu unterstützen und die Mütter im Spiel anzuleiten.

Besonders erfreulich ist, dass viele türkische Mütter nicht nur die „muttersprachliche Spielgruppe“, sondern auch den Familientreff besuchen, sich in beidem wohlfühlen und die unterschiedlichen Angebote zu schätzen wissen (Spracherwerb, Vorträge, Kinderbetreuung im Familientreff, vertrautes Beisammensein und Austausch über pädagogische Fragen in der Muttersprache in der türkischen Spielgruppe). Erwähnenswert ist, dass es Dank der engagierten Spielgruppenleiterin inzwischen viele Lieder sowohl in deutscher als auch in türkischer Sprache gibt. Sie hat sich an den Liedern im Familientreff orientiert, diese übersetzt und zu einem Heft zusammengefasst.

Im Jahr 2013 gab es über einige Monate hinweg einmal wöchentlich eine Asylantenspielgruppe. Sie entstand als „Zwischenlösung“ bis die Gemeinde für die Betreuung der Kinder ab Januar 2014 eine Kindergartengruppe eingerichtet hat.

Da es im Offenen Cafébetrieb nicht möglich war, der großen Anzahl und den erhöhten Betreuungsbedarf bei Asylantenfamilien gerecht zu werden, hatten wir diese zusätzliche Spielgruppe, die von der Leiterin und einer Ehrenamtlichen geführt wurde, eingerichtet. Durch diese „Luxusbetreuung“ war es möglich, sich die Kinder und Eltern aufzuteilen. Die Kleinen wurden durch altersgerechtes Spielangebot in ihrer jeweiligen Entwicklung unterstützt, die Eltern hatten die Möglichkeit, die deutsche Sprache zu üben und vielleicht auch manche pädagogische Anregung aufzunehmen. Zum Beispiel entstand über dieses Spielangebot die Vermittlung einer Kinderkrankenschwester bei einem entwicklungsverzögernden Baby.

Momentan sind der Familientreff und die Gemeinde Ebersbach im Gespräch, eine Asylantenkleinkindgruppe wöchentlich anzubieten, da die Spielmöglichkeiten in den begrenzten Räumen der Asylantenunterkünfte wenig kindgerecht sind und die Eltern dadurch den Fernseher leider viel zu häufig als „Dauerspielgefährte“ einsetzen.

Eine weitere Kooperation der Gemeinde und des Familientreffs ist die Gesundheitssprechstunde im Asylantenheim. Sie hilft ganz nebenbei auch, Kosten im Gesundheitswesen einzusparen, z.B. weil die Familien nun zuerst die Krankenschwester anrufen und nicht gleich den Notarztwagen kommen lassen.

Die Sprechstunde wird von der gleichen Kinderkrankenschwester angeboten, die auch zur Gesundheitssprechstunde in den Familientreff kommt. Diese Vernetzung soll den Asylantenfamilien helfen, sich im Familientreff vertrauter zu fühlen.

Wir hoffen, dass die Gesundheitssprechstunde auch über das Jahr hinaus weiter finanziert werden kann.

Zudem gab es einige Einzelveranstaltungen, die von den Besucher/-innen initiiert wurden. Viel Spaß hatten wir bei den internationalen Kochabenden. Aber auch das Salsa tanzen oder unser jährlicher Ausflug in den Tierpark waren schöne Veranstaltungen.

Wir hatten zwei interessante Gesprächsrunden zum Thema „Christentum und Islam“. Es wurde deutlich, dass wir noch viel voneinander erfahren und lernen können und dass das Gespräch wichtig ist, um Vorurteile abzubauen.

Ein weiteres sporadisches Angebot ist die musikalische Begleitung durch eine Musikpädagogin, die unserem Singkreis immer mal wieder mit besonderen Musikinstrumenten und jahreszeitlichen Liedern eine neue Klangfarbe gibt.

Die acht Ehrenamtlichen sind nach wie vor sehr aktiv in Ebersbach.

Einige, die wöchentlich kommen, sind inzwischen fast „Profis“ geworden und unterstützen die Arbeit der Hauptamtlichen kompetent und zuverlässig.

Die regelmäßigen gemeinsamen Aktivitäten machen viel Freude und sind wichtige Bausteine in der Anerkennungskultur des Ehrenamtes.

Wie auch in Uhingen ist es vorwiegend die Generation 60+ die als Ehrenamtliche im Familientreff tätig sind. Die Mütter steigen vermehrt wieder frühzeitig in den Beruf ein und stehen daher als Ehrenamtliche kaum zur Verfügung.

 

Irmela Schmidt